15.10.18 17:22
Von: SHA (HEK)

Koffer vollgefüllt mit Eindrücken – Schülergruppe der BBS Emden aus Indien zurück


Vor dem Taj Mahal - I love it

Indisch-Deutsche Partnerschafts-Gruppe - links: Mukut Bodra, indischer Organisator und Guide sowie Rev. Amid Lakra, Direktor des TTC Fudi

Jacinta Kerketta mit ihrem neuen Buch "Tiefe Wurzeln", rechts: Pastor Michael Schaper

Gender Roles - Diskussion mit Elina Horo

„Ich brauche jetzt erst einmal Zeit für mich, um all die Erlebnisse und Begegnungen sacken zu lassen,“ sind sich die zwölf Mitglieder der Indien-AG beider Emder Berufsschulen einig. Am Sonntag ist die Gruppe von der gut zweiwöchigen Reise zu ihren Partnern in Ranchi und Fudi aus Indien zurückgekehrt.

Einen Schwerpunkt der Reise bildete die praktische Mitarbeit im Technical Trainings Centre, einer Ausbildungsstätte für marginalisierte Jugendliche, und dem Martha-Kindergarten-Projekt der indischen Gossner Kirche.

„Wenn die Jugendlichen aus Deutschland und Indien sich beim Arbeiten, Essen und Tanzen näherkommen, spielt Sprache nur eine untergeordnete Rolle,“ sagt Ruth Frerichs von den BBS I, die gemeinsam mit Berufsschulpastor Michael Schaper (BBS II) die deutsche Gruppe leitet. „Verständigung findet ganzheitlich statt. So bekommen wir Gelegenheit, Kultur und Lebensstil der anderen besser zu verstehen.“

In Arbeitsgruppen konnten die indischen und deutschen Jugendlichen ihre Erfahrungen reflektieren und diskutieren. Gladson Dungdung, ein Sozialaktivist, der sich für die Rechte der indischen Ureinwohner, der Adivasi einsetzt, und Elina Horo, Mitglied im Exekutivrat des „Asia Indigenous Peoples Pact“ (Zusammenschluss der Indigenen Asiens) halfen mit ihren Vorträgen dabei.

Besonders eindrücklich war ein Abend mit Jacinta Kerketta, Journalistin und erste Adivasi-Lyrikerin, die aus ihrem neu erschienenen Gedichtband „Tiefe Wurzeln“ las. Er ist „den Dörfern und Dschungeln, die zunehmend von der Erde verschwinden“ gewidmet:

Der Dschungel spricht, Wie das Meer sein könne er nicht, Da am Ende im Meer den Flüssen

Ihr eigenes Wesen entrissen. Doch der Dschungel bewahrt Alles lebendig und jede Art.“

 

Natürlich blieb neben der inhaltlichen und praktischen Arbeit auch Zeit für Sightseeing in Jkarkhand, Delhi und Agra. Gemeinsam mit den indischen Freunden besuchte die Gruppe Tempel, Nekropolen und andere Sehenswürdigkeiten.

In den nächsten Treffen der Indien-AG sollen die Reise-Erlebnisse besprochen und in einem Reisetagebuch zusammengeführt werden.

 

Hintergrund:

Seit zehn Jahren existiert eine Partnerschaft zwischen den Emder Berufsschulen und dem Technical Trainings Centre (TTC), einem Ausbildungszentrum der Indischen Gossner Kirche. Seit einigen Jahren gibt es außerdem Kontakte zum Martha-Kindergarten, einem reformpädagogischen Projekt für Kinder marginalisierter Familien.

Die Aktivitäten der Indien-AG sowie konkret die diesjährige Partnerschaftsreise sind von zahlreichen Einzelspendern, dem Ostfriesischen Freundeskreis der Gossner Mission, der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und im Besonderen von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung unterstützt. Die Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungsarbeit und Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie.