Fachgruppe Hauswirtschaft / Sozialpflege
Hauswirtschaftlicher Unterricht ist für Generationen von Frauen oft der einzige „Ausflug“ in die Welt der beruflichen Bildung gewesen. Nicht alle Eltern wollten oder konnten ihren Töchtern eine Ausbildung ermöglichen, oft waren es auch wirtschaftliche Zwänge, die die Mitarbeit im elterlichen Haushalt oder Betrieb nötig machten. Die Haushaltsführung, die Erziehung der Kinder, oft die Pflege von Angehörigen machten die Frauen zu Allround-Arbeitskräften im Hause – Tätigkeiten, die heute in das Anforderungsprofil von Altenpflegerin, Schneiderin, Hauswirtschafterin und Erzieherin fallen.

Unterschieden wurde seinerzeit in städtische und ländliche Hauswirtschaft: so musste z.B. in der ländlichen Hauswirtschaft die Fähigkeit nachgewiesen werden, Hühner oder Kaninchen aufziehen und schlachten zu können, Kühe melken und Kälber füttern nicht zu vergessen. Die Verarbeitung und Pflege von textilen Werkstoffen stand ebenso auf dem Plan wie die Nahrungszubereitung, der Umgang mit dem Haushaltsgeld, die Säuglingspflege und die Kindererziehung.

An der BBS II Emden wurde nach dem Krieg in der so genannten Frauenfachschule unterrichtet, aus der später die Berufsfachschule Hauswirtschaft hervorging, die den Realschulabschluss voraussetzte. Die einjährige und zweijährige Berufsfachschule Hauswirtschaft wird heute in drei großen Küchen unterrichtet. Gemüse- und Kräutergärten mit Obstbäumen auf dem Gelände der BBS II Emden vervollständigen das Angebot.

Außerdem nimmt der Bereich der Pflege seit einigen Jahren einen immer größeren Raum ein. In der Berufsfachschule Sozialpflege werden unter anderem angehende Krankenschwestern unterrichtet, ab August 2009 gibt es das Angebot einer zweijährigen Berufsausbildung im Bereich der Altenpflege – die Berufsfachschule Pflegeassistenz. In zwei Jahrgängen werden die Schüler mit einem hohen Praxisanteil (Praktika in Pflegeeinrichtungen) ausgebildet.