22.12.21 10:32
Von: MUT/HEK

BERNIE is back! Angehende Hotelbetriebswirte präsentieren Projekt


(v.l.) Christian Mutter, Christin Walter, Janina Leis, Lara Sirpas, Sarah Korth, Vivien Rüegg, Jan-Dirk Schmitz, Maxi Lisane Sirpas, Gianna Braselmann, Ubbo Rösing, es fehlt: Pamela Auslitz

Kürzlich präsentierten Schülerinnen und Schüler der Hotelfachschule Emden ihr Projekt „BERNIE IS BACK“, welches sich auf die in Tannenhausen bei Aurich (zu jener Zeit Bernuthsfeld) gefundene Moorleiche Bernie bezieht. Mit dem Projekt verfolgten die angehenden Hotelfachleute das Ziel, Bernie ein Menü zu zaubern, welches ausschließlich mit den vor 1200 Jahren in Europa zur Verfügung stehenden Lebensmitteln zubereitet wird.

In Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Emden machten sich die Fachschülerinnen und -schüler, die derzeit eine Weiterbildung zum bzw. zur staatlich geprüften Hotelbetriebswirt/ in absolvieren, gemeinsam mit ihrem Lehrer Christian Mutter ein Bild von der damaligen Nahrungsmittelsituation. Und diese stellte die Lernenden vor eine besondere Herausforderung. Zwar gab es zu „Bernies Zeiten“ Gemüse, Fleisch und Fisch, allerdings hätte der Moorbewohner nur bedingt auf Getreide und Gewürze zurückgreifen können. Kartoffeln waren seinerzeit in Europa noch nicht vorhanden.

Für weitere Informationen besuchten die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer sowohl das Landesmuseum in Emden als auch das Torf- und Siedlungsmuseum in Wiesmoor. Im Landesmuseum Emden erhielten die Schülerinnen und Schüler von den Museumspädagoginnen Ilse Frerichs und Evelina Peuser-Bröker fundierte Informationen zum Thema Nahrung und Zubereitung von Lebensmitteln im 8. Jahrhundert nach Christus. Alfred Meyer vom Wiesmoorer Torf- und Siedlungsmuseum schilderte den Lernenden zudem sehr anschaulich, wie Moore entstanden sind und wie beschwerlich das Leben im Moor gewesen sein muss. Da Bernie wahrscheinlich Fischer war, fuhren die Hotelfachschülerinnen und -schüler darüber hinaus mit einem Fischkutter nach Langeoog zum Fischfang.

Schließlich wurden für die Projektpräsentation alle gesammelten Informationen ausgewertet und verschiedene Gerichte entwickelt. Da es vor 1200 Jahren viele Baumfrüchte gab, wurde ein Nussbrot aus Eichelmehl hergestellt, Getreidemehle waren noch nicht verbreitet. Gemüse gab es als Bohnen in der Variante „Updrögt Bohnen“, eine Spezialität in Ostfriesland. Eine Moorschweinkeule mit gerösteten Maronen und Urmöhren bildete die Fleischkomponente. Die Expertenmeinung sagt, dass Bernies letzte Mahlzeit sehr wahrscheinlich Fisch gewesen sei, deshalb gab es über dem Lagerfeuer gegrillten Lachs. Ein weiteres Gericht war ein mit karamellisierten Nüssen gefüllter, über dem Feuer gebratener Apfel aus Tannenhausen. Als Getränk wurde aus Honig und Hefe Honigwein, auch bekannt als Met, angesetzt und stilecht im gusseisernen Kessel über dem Feuer erwärmt und so angeboten. Der einzige Koch unter den Teilnehmenden, Jan-Dirk Schmitz, hatte für diesen Abend die Rolle des Küchenchefs übernommen und leitete seine Kolleginnen und Kollegen an.

Die angehenden Hotelbetriebswirte und Hotelbetriebswirtinnen mussten für diese Gerichte die Rezepte kalkulieren, Rezeptdateien entwickeln und die gesetzliche Deklarationspflicht erarbeiten. Die Dekoration für den gastronomischen Abend wurde angemessen mit Tonbechern, Jutestoffen, Pelzen und Fackeln sowie rustikalen Kerzen ausgewählt. Um das Projekt angemessen zu präsentieren, wurde ein passendes Logo, entsprechende Kleidung, ein Ausstellungstisch sowie verschiedene Banner mit den Projektinformationen entworfen. Dadurch konnten sich auch andere Schülerinnen und Schüler der Gastronomie der BBS II Emden ein Bild von dem Projekt machen.

 

Hintergrund

Das Projekt „BERNIE IS BACK“ ist an der Hotelfachschule Emden dem Modul „Qualitätsmanagement im Gastgewerbe“ zuzuordnen und wurde vom zuständigen Lehrer Christian Mutter organisiert. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler haben bereits eine gastronomische Ausbildung abgeschlossen und sollen während ihrer zweijährigen Weiterbildung Projekte selbstständig durchführen und Erfahrungen im Bereich Projektmanagement sammeln. Parallel zum Projekt initiierte Vivien Rüegg, ebenfalls Projektteilnehmerin, den Instagram-Food-Blog „bernies_foodblog“.