15.03.19 09:48
Von: SHA

Superintendentin Olearius besucht die Berufsbildenden Schulen


Superintendentin Christa Olearius (3.v.l.) mit Schulleiter Ulrich Wiegers (BBS II), Ina Schulz, Schulleiterin Sabine Noetzel, Ruth Frerichs (alle BBS I), Tido Schobert, Kurt Hannappel und Michael Schaper (alle BBS II)

Superintendentin Christa Olearius (3.v.l.) mit Ulrich Wiegers (Schulleiter BBS II), Ina Schulz, Ruth Frerichs, Sabine Noetzel (Schulleiterin BBS I), Tido Schobert, Kurt Hannappel und Michael Schaper

Torsten Tjaks (2.v.l.) erklärt Christa Olearius (3.v.l) die smart factory. Interessiert Zuhörende sind Sabine Noetzel (Schulleiterin BBS I), Kurt Hannappel (BBS II) und Ina Schulz (BBS I)

Die neue Superintendentin des Ev.-luth. Kirchenkreises Emden-Leer, Christa Olearius, hat sich über Ausbildungsgänge und Unterrichtsorganisation an den beiden Emder Berufsschulen informiert.

Ihr besonderes Interesse galt den internationalen Projekten, insbesondere der Indisch-Deutschen Zusammenarbeit, die seit zehn Jahren von der Indien-AG getragen wird. Aber auch die Stellung des Religionsunterrichtes im Rahmen der beruflichen Bildung stand im Fokus der Gespräche. Als aktuelles Thema kam die schwierige Situation aller niedersächsischen Berufsschulen durch die Mittelkürzungen der Landesregierung in den Blick.

Ihre Gesprächspartner waren neben Sabine Noetzel als Schulleiterin der BBS I und Ulrich Wiegers als Schulleiter der BBS II, Mitglieder der Fachgruppen Religion, der Steuergruppe „Internationales“ und der Indien AG. Berufsschulpastor Michael Schaper hatte das Treffen organisiert.

Kurt Hannappel (BBS II) berichtete als Leiter der Steuergruppe „Internationales“ über die Organisation von Austauschprojekten unter anderem nach Polen, Tschechien und Portugal, Ruth Frerichs (BBS I) ergänzte mit Projekten in Italien und Russland. Beide Lehrkräfte begleiten auch die Indien-AG mit den jährlichen Reisen von und nach Indien als gemeinsames Projekt beider Emder Berufsschulen.

Berufsschulpastorin Ina Schulz (BBS I) thematisierte als Beauftragte für Kirche und Schule im Sprengel Ostfriesland-Ems die Stellung des Religionsunterrichtes. Er sei ein ebenso herausforderndes wie wichtiges Bildungsangebot in einer sich kulturell wie religiös differenzierenden Lebenswelt. Alle hoben die Wichtigkeit dieser Unterrichtsform als Orientierungsangebot für Jugendliche hervor. „Ohne das über den Unterricht hinausgehende Engagement der Religionslehrkräfte und des Berufsschulpfarramtes, zum Beispiel bei Gottesdiensten oder in der Schulseelsorge, würde uns Wesentliches fehlen,“ betonte Tido Schobert (BBS II), Fachgruppenleiter für „Religion und Werte und Normen“.

Bei einem Rundgang durch beide Schulen zeigte sich Superintendentin Olearius beeindruckt von der Vielfalt der praktischen Übungsmöglichkeiten, wie das Ausbildungsrestaurant und die Küchen für die Hotelfachschule und die Hauswirtschaft, die Werkstatträume für Kfz, Elektrotechnik, Metall, Bau und Holz in den BBS II sowie die Bewegungshalle für die sozialpädagogische Ausbildung, die Räumlichkeiten der Altenpflege und das Zahnlabor in den BBS I.

An dem neuesten Ort der Zusammenarbeit von BBS I und BBS II wurden die Herausforderungen für den Berufsschulunterricht besonders deutlich: In den Räumen der „Smart factory“ führte Fachlehrer Torsten Tjarks (BBS II) die Möglichkeiten von computergesteuerten Produktionsprozessen vor. An dieser Fertigungsstrecke und im Computerlabor der BBS I können nun Auszubildende verschiedener Berufsrichtungen Geschäftsprozesse von der Entwicklung über den Vertrieb bis zur Fertigung virtuell sowie real durchführen. „Dieses Projekt ‚BBS fit für 4.0‘ ist zukunftsweisend, kostet aber viel Geld,“ stellte Tjarks fest. Die Umsetzung sei nur über Kooperationen möglich – innerschulisch wie außerschulisch. „Die aktuellen Mittelkürzungen für Berufsschulen treffen uns unmittelbar, weil notwendige Fortbildungen in diesem Jahr nicht mehr durchgeführt werden können.“ Vergleichbar verhalte es sich in vielen anderen Ausbildungsgängen, die nur mit Honorarkräften sowie kontinuierlicher Weiterbildung aufrecht erhalten werden könnten, betonten auch Wiegers und Noetzel.

Superintendentin Christa Olearius bedankte sich für den intensiven Einblick in den Berufsschulalltag und die freundliche Begleitung durch Auszubildende und Lehrkräfte. „Wie wichtig qualifizierte Ausbildung gerade an der Basis und für Jugendliche ist, sollte immer wieder betont und vor allem auch von den politisch Verantwortlichen auf höherer Ebene beachtet werden.“