7.02.18 21:13
Von: HEK

Kultusminister Grant Hendrik Tonne überreicht Schülern der BBS II Emden Friedenspreis


Kultusminister Grant Hendrik Tonne (1. v. r., vordere Reihe) mit den BBS II-Schülern sowie Schulleiter Ulrich Wiegers (1. v. l.), Gero Conring (2. v. r., mittlere Reihe), Ulrich Scholz (2. v. r., hintere Reihe) und Alfred Weese (1. v. r., hintere Reihe)

Frauke Huismann (l.) und Elena Gadow präsentieren das preisgekrönte Projekt

Die Sieger des Friedenspreises 2017 und des Zivilcouragepreises 2017 zusammen mit ihrem Gastgeber Minister Tonne

Im Rahmen einer Feierstunde im Landesmuseum Hannover sind am heutigen Mittwoch Schulen aus Bad Münder, Emden, Helmstedt und Osnabrück mit dem Schülerfriedenspreis 2017 und dem Zivilcouragepreis 2017 ausgezeichnet worden. Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der in seiner Rede auf den hohen Stellenwert von Engagement für ein friedliches und solidarisches Miteinander in einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft hinwies, ehrte die Sieger, die sich mit verschiedenen Projekten um Völkerverständigung, Friedensarbeit, Erinnerungskultur und Antidiskriminierung verdient gemacht haben, mit einer Urkunde sowie Geld- und Sachpreisen. Bei dieser Gelegenheit wurden zudem die preisgekrönten Projekte vorgestellt. Einen aktiven Part übernahmen dabei u. a. die BBS II-Schülerinnen Elena Gadow und Frauke Huismann, die in kurzen Beiträgen ihre Erfahrungen hinsichtlich des mit dem zweiten Platz belegten Projekts rund um die Zeitzeugin Erna de Vries präsentierten. Diese überlebte als junge Frau Auschwitz und hat es sich im Laufe ihres Lebens zur Aufgabe gemacht, Schülerinnen und Schülern von ihren Erlebnissen zu berichten, um das Andenken an die vielen Opfer des Nationalsozialismus zu wahren. Für sie war es deshalb eine Selbstverständlichkeit, als Zeitzeugin für das Projekt zur Verfügung zu stehen.

Während des Jahres 2016 beschäftigten sich die SchülerInnen Frauke Huismann, Elena Gadow, Gesa Conring, Christiane Wannemacher, Mirco Abis, Steffen Tammen und John Adams im Rahmen des ausgezeichneten Projekts intensiv mit der Geschichte der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries. Hierbei wurden im Rahmen des Unterrichts unter der Leitung von Geschichtslehrer Gero Conring sowohl ein Vortrag in den BBS II Emden im Januar 2016 als auch ein sich im April anschließender Besuch bei Erna de Vries in Lathen vorbereitet. Darüber hinaus erarbeiteten die SchülerInnen intensiv die Thematik der Entrechtung, Enteignung, Verfolgung, Deportation und Ermordung der Juden während der NS-Zeit. Eine sehr emotionale und nachhaltige Erfahrung war in diesem Zusammenhang der Besuch eines Pressetermins nach der Urteilsverkündung (eines der wahrscheinlich letzten Auschwitzprozesse) gegen den ehemaligen SS-Wachmann Reinhold Hanning vor dem Landgericht in Detmold im Juni 2016, der die SchülerInnen letztendlich auch in die Lage versetzt, künftig - zumindest in diesem historischen Kontext - selbst Zeitzeugen zu sein und von dem dort Erfahrenen Zeugnis abzulegen.

Mit professioneller Unterstützung von Ulrich Scholz aus Bremen und mit Hilfe der Förderung durch das Internationale Auschwitz-Komitee, das durch Christoph Heubner in Hannover vertreten wurde, konnten die Begegnungen mit Erna de Vries dokumentiert werden und dienten als Grundlage für die zweitplatzierte Filmproduktion. Alfred Weese aus Emden koordinierte das Projekt insbesondere hinsichtlich der Fördermittel.