6.01.18 14:56
Von: HEK

Schülerfriedenspreis 2017 für BBS II Emden

Platz 2 wurde vergeben für das Zeitzeugen-Projekt mit Erna de Vries aus Lathen


Unterwegs nach Lathen zu Erna de Vries. Von links: Gero Conring, Mirco Abis, Steffen Tammen, Elena Gadow

Erna de Vries zusammen mit John Adams während des Besuchs der Schülergruppe

Erna de Vries und Leon Schwarzbaum als Nebenkläger während der Pressekonferenz nach der Urteilsverkündung in Detmold

Ein Blick in den Zuschauerraum während der Pressekonferenz, hintere Reihe: (5. v. l.) John Adams, daneben Mirco Abis und Frauke Huismann

Das Plakat zur Gedenkveranstaltung am 27.01.2017

Kürzlich erhielten die Berufsbildenden Schulen II Emden aus dem Kultusministerium in Hannover die Nachricht, dass sie den 2. Platz des Schülerfriedenspreises 2017 des Landes Niedersachsen für ihr Zeitzeugenprojekt mit Erna de Vries belegt haben. Dr. Peter Kaufmann vom Referat 23 für Politische Bildung, Gedenkstätten und Bildung für nachhaltige Entwicklung überbrachte die frohe Botschaft.

Während des Jahres 2016 haben Schülerinnen und Schüler der BBS II die Gelegenheit genutzt, die Holocaust-Überlebende Erna de Vries kennenzulernen. Hierbei wurden im Rahmen des Unterrichts unter der Leitung von Geschichtslehrer Gero Conring sowohl ein Vortrag in den BBS II Emden im Januar 2016 als auch ein sich im April anschließender Besuch bei Erna de Vries in Lathen vorbereitet. Beide Aktivitäten bildeten zusammen die Grundlage für die preisgekrönte Videoproduktion.

Die Schüler Frauke Huismann, Elena Gadow, Gesa Conring, Christiane Wannemacher, Mirco Abis, Steffen Tammen und John Adams beschäftigten sich darüber hinaus in einer Arbeitsgemeinschaft Geschichte intensiv mit der Thematik der Entrechtung, Enteignung, Verfolgung, Deportation und Ermordung der Juden während der NS-Zeit. Eine besondere Bedeutung kam dabei dem Besuch eines Pressetermins nach der Urteilsverkündung (eines der wahrscheinlich letzten Auschwitzprozesse) gegen den ehemaligen SS-Wachmann Reinhold Hanning vor dem Landgericht in Detmold im Juni 2016 zu. Dieser war für die beteiligten Schüler eine sehr emotionale und nachhaltige Erfahrung, die sie letztendlich auch in die Lage versetzt, künftig - zumindest in diesem historischen Kontext - selbst Zeitzeugen zu sein und von dem dort Erfahrenen Zeugnis abzulegen.

Die Projektschüler gestalteten am 27. Januar 2017 den „Tag des Erinnerns zur Befreiung von Auschwitz“ im Neuen Theater Emden vor einem größeren Publikum von Emder Schülern. Die gerade fertiggestellte Filmproduktion traf auf große Zustimmung.

Das mit dem Schülerfriedenspreis verbundene Preisgeld in Höhe von 1.300 € wird in die Projektarbeit der Schule zum Thema Erinnerungskultur investiert.

Visualisiert wurde das Projekt von Ulrich Scholz aus Bremen in dem Videofilm „Aus der Geschichte lernen“. Finanziert wurde die Produktion in erster Linie durch das Internationale Auschwitz Komitee Berlin. Alfred Weese aus Emden koordinierte das Projekt insbesondere hinsichtlich der Fördermittel.


Der Geschichtslehrer und stellvertretende BBS II-Schulleiter Gero Conring freut sich sehr über die Platzierung und ist stolz auf die Leistung seiner Schüler: „Eine Erinnerungsarbeit, wie die Schüler sie im Rahmen ihrer Mitarbeit am Filmprojekt geleistet haben, ist bedeutsamer denn je geworden. Direkte Zeitzeugen, die von den Verbrechen und Gräueltaten der Nationalsozialisten berichten können, wird es schon in naher Zukunft nicht mehr geben. Umso entscheidender ist es, dass die nachfolgenden Generationen diese immens wichtige Aufgabe übernehmen.“