21.01.20 15:32
Von: HEK

Premiere des Films „Eine Reise nach Lodz - Gegen das Vergessen“ am 27. Januar im Neuen Theater


Das Plakat zur Veranstaltung

Die Gedenkveranstaltung der Stadt Emden, die anlässlich der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 jährlich stattfindet, wird in diesem Jahr von den Berufsbildenden Schulen II Emden geplant und organisiert. Gero Conring, kommissarischer Schulleiter und Geschichtslehrer der BBS II, Filmemacher Ulrich Scholz (Bremen) und Projektkoordinator Alfred Weese (Emden) nehmen dieses Datum zum Anlass, den Dokumentarfilm „Eine Reise nach Lodz“ erstmalig einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Film porträtiert das Schüleraustauschprojekt der BBS II Emden mit dem Polytechnischen Liceum Lodz, dessen Ziel neben dem kulturellen Austausch beider Länder ebenso die Spurensuche nach den letzten ostfriesischen Juden, die im Oktober 1941 in das Getto Litzmannstadt (Lodz während der deutschen Besatzungszeit) deportiert wurden, ist.

Für die Entstehung des Films begleiteten Ulrich Scholz und Alfred Weese die deutschen und polnischen Schüler sowohl in Ostfriesland als auch in Polen. Die Besuche in Emden im Herbst 2018 und im darauffolgenden Frühjahr 2019 in Lodz sahen eine vielfältige Form der Auseinandersetzung mit dem Schicksal der nach Litzmannstadt deportierten Juden vor. Orte wie die jüdischen Friedhöfe in Emden und Lodz, die ehemalige jüdische Schule in Leer, das Staatsarchiv Lodz mit seinen Dokumenten über die Menschen im Getto oder die Gedenkstätten des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und des Vernichtungslagers Kulmhof (Chelmno) ermöglichten den Schülern dabei eine intensive Auseinandersetzung mit dem Schicksal der jüdischen Bevölkerung während der Zeit der nationalsozialistischen Terrorherrschaft.

Der Filmemacher Ulrich Scholz ist während der Premiere am 27. Januar vor Ort und steht für Fragen bereit. Deutsche und polnische Schüler werden durch die Gedenkveranstaltung führen.

Termin: 27. Januar 2020

Uhrzeit: 11 Uhr

Ort: Neues Theater Emden


Gefördert wird das Filmprojekt durch: die Stadt Emden, das Deutsch-Polnische Jugendwerk, das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), die Max-Windmüller-Gesellschaft, das Bundesprogramm „Demokratie leben“ und das Internationale Auschwitz Komitee.

 

Hintergrund:

Auf Anregung der Historikerin Dr. Andrea Löw, die am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin tätig ist, entwickelten Gero Conring und Dr. Rolf Uphoff (Max-Windmüller-Gesellschaft) 2011 die Idee eines Schüleraustausches der BBS II Emden mit einer Schule in Lodz. Mit Unterstützung des „Centrum Dialogu Lodz“ wurde der Kontakt zu verschiedenen Schulen hergestellt, seit 2018 besteht die Partnerschaft mit dem Polytechnischen Liceum. Im Fokus ist die gemeinsame Aufarbeitung der Geschichte. Das Projekt wurde 2014 mit dem Schülerfriedenspreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.