19.07.21 17:26
Von: HEK

Auch Schüler*innen der BBS II Emden schreiben gegen das Vergessen


Bjarne Flemming Oortgiese und Maike Olthoff legen Schriftfelder für die Kunstaktion an

BBS II-Schulleiter Björn Holzgrabe schreibt den Namen eines Shoah-Opfers auf

Geschichtslehrer Gero Conring legt eine Rose für Max Windmüller nieder

Am 14. Juli 2021 fand in der Emder Innenstadt das Projekt „Schreiben gegen das Vergessen“ der Frankfurter Künstlerin Margarete Rabow statt. Dabei wurden in einer groß angelegten Aktion die Namen über Tausend ostfriesischer Todesopfer der Shoah mit weißer Schulkreide auf den Marktplatz geschrieben. Unter den vielen Teilnehmenden waren auch Schüler*innen der BBS II Emden sowie Schulleiter Björn Holzgrabe. Dokumentiert wurde das Projekt mithilfe von Einzelbildern aller niedergeschriebenen Namen, die mit einer Filmkamera aufgezeichnet wurden. Daraus entsteht in den kommenden Wochen ein Film der Aktion.

Margarete Rabow, die väterlicherseits von der Shoah betroffen ist, beschäftigt sich seit vielen Jahren auf künstlerische Weise mit diesem Thema. Ihre Aktion „Schreiben gegen das Vergessen“ wurde bereits in Frankfurt und in Wien durchgeführt. Durch die enge Zusammenarbeit mit Gero Conring (Max Windmüller Gesellschaft) konnte das Projekt unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Tim Kruithoff auch in Emden realisiert werden.

 

Bei den teilnehmenden BBS II-Schüler*innen hinterließ die Kunstaktion einen bleibenden Eindruck:

Lisa-Marie Dreyer (17 Jahre)
Die Kunstaktion ist wirklich super gelaufen, von der Idee bis zur Umsetzung war es eine tolle Sache. Das Aufschreiben der Namen hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Bjarne Flemming Oortgiese (17 Jahre)
Mir war es wichtig, dass die Öffentlichkeit wieder aufmerksam wird auf dieses wichtige Thema und dass das einzelne Schicksal durch den geschriebenen Namen in Erinnerung gebracht wird.

Ina Mennenga (17 Jahre)
„Schreiben gegen das Vergessen“ ist eine sehr tolle Idee, die mir echt nah gegangen ist. Viele andere Menschen, die mitgemacht haben, haben das auch so gesehen.

Maike Olthoff (21 Jahre)
Das "Schreiben gegen das Vergessen" war eine sehr wichtige und gelungene Aktion. Es hat auf die damalige Zeit aufmerksam gemacht. Dadurch, dass die Zeitzeugen immer weniger werden, ist es umso wichtiger, zum Beispiel diese Art und Weise zu erinnern.

Hoang Viet Tran (20 Jahre)
„Schreiben gegen das Vergessen“ werde ich so leicht nicht vergessen. Ich hoffe, dass es noch weitere Aktionen dieser Art geben wird.

Romeu Martinho (23 Jahre)
Mir ist die große Anteilnahme aufgefallen, so baten viele Passanten darum, ebenfalls Namen der Opfer niederschreiben zu dürfen. Diese Anteilnahme hat mich berührt, da ich viel Herzblut und Zeit in die Zusammenstellung der Namenslisten gesteckt habe. Zudem schätze ich diese Kunstform, da auf diese Weise eine abstrakte Zahl von 1202 Toten visualisiert wurde.

Lea Clausen (19 Jahre)
Die Intention, die Frau Rabow mit der Kunstaktion „Schreiben gegen das Vergessen" hat, ist vollständig angekommen und wurde von den Mitmenschen in Emden angenommen. Es war ein wirklich erfolgreicher Tag.