7.02.19 09:45
Von: HOL

BBS fit für 4.0 - Imagefilm wirbt für Schulstandort Emden

Gemeinschaftsprojekt der BBS I und der BBS II Emden ist umgesetzt - Erste Schülerinnen und Schüler lernen in den neu eingerichteten Laboren - Arbeitgeberverband Nordmetall und Kultusministerium luden gemeinsam Vertreter aus der Wirtschaft zu erstem Rundgang


Augenfänger: Mittels 3D-Druck individualisierte Hüllen für den Raspberry-Pi

Auszubildende beider Emder Berufsschulen präsentierten die Geschäftsidee zu PIC (Personal Indiviual Cases) für den Raspberry-Pi

Torsten Tjarks (BBS II, verdeckt) erläutert Joyce Müller-Harms (Nordmetall, Verband der Metall- und Elektroindustrie, Bildmitte) die Möglichkeiten von Augmented Reality. Interessierte Zuschauer sind Ulrich Wiegers (BBS II, v.l.), Sabine Noetzel (BBS I), Martin Siemens (BBS II), Olaf Heinrichs (Ausbildungsleiter Premium Aerotec, Nordenham), Maik Winkelmann (Nds. Kultusministerium), Mareike Schilmöller (Ausbildungsleiterin Airbus Defence and Space, Bremen) und Carina van Dülmen (Ausbildungsleiterin Leoni Special Cables, Friesoythe)

Martin Siemens und Torsten Tjarks (beide BBS II, v.l.) im Austausch mit Maik Winkelmann (Nds. Kultusministerium)

Aufmerksame Zuhörer: Joyce Müller-Harms (Nordmetall, Hamburg) und Thomas Buß (Stadt Emden)

BBS I-Projektleiter Yvonne Heinze und Thomas von Dincklage

BBS I-Leiterin Sabine Noetzel und BBS II-Leiter Ulrich Wiegers sind begeistert über das Engagement ihrer Lehrkräfte

Unser gemeinsames Projekt "BBS Emden - fit für 4.0" ist realisiert: Die Computerarbeitsplätze an der BBS I und die Fertigungsstrecke an der BBS II sind vollständig eingerichtet, Vertrieb und Produktion der individualisierten Raspberry-Pi's können nun von Auszubildenden verschiedener Berufsrichtungen simuliert als auch real durchgeführt werden, um Geschäftsprozesse vollständig darzustellen.

Einen sehr guten ersten Einblick gewährt unser neuer Imagefilm, der von Lehrkräften des Bereichs Gestaltungs- und Medientechnik produziert wurde:

Joyce Müller-Harms vom Arbeitgeberverband Nordmetall und Maik Winkelmann, schulfachlicher Mitarbeiter im niedersächsischen Kultusministerium, überzeugten sich in dieser Woche gemeinsam mit Vertretern aus der Wirtschaft vom aktuellen Stand in Emden. Im neu eingerichteten Computerlabor an der BBS I stellten Auszubildende (angehende Industriekaufleute, Kaufleute für E-Commerce sowie Mechtroniker) ihre Projektidee und das Geschäftsmodell PIC vor. Hier können unter Einsatz von SAP4School die kaufmännischen Abläufe realisiert werden, bevor die Daten an die BBS II Emden übermittelt werden, wo unter Einsatz von modernster Steuerungskomponenten der Firmen FESTO und SIEMENS die Produktionsprozesse dargestellt werden.

Im Anschluss an die Vorstellung der Projektidee besuchten die Gäste im Labor der BBS II Emden zunächst eine Unterrichtsstunde von Referendaren des Studienseminars Oldenburg, die im Teamteaching mit einer Berufsschulklasse angehender Elektroniker für Automatisierungstechnik die neu eingerichteten Räumlichkeiten unter Einsatz der neuen technischen Möglichkeiten nutzten.

Abschließend stellten BBS II-Lehrer Martin Siemens und Torsten Tjarks die "Smart Factory" vor, an der die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Produktionsschritte programmieren und kontrollieren können, zusätzlich besteht die Möglichkeit durch Einsatz von Augmented Reality jederzeit Zusatzinformation in digitaler Form zum realen Bild der Anlage abzurufen, um z.B. Instandhaltungsarbeiten effizienter durchführen zu können.

Die Gäste zeigten sich begeistert über die neuen Ausbildungsmöglichkeiten an BBS: Joyce Müller-Harms, Abteilungsleiterin Bildung und Arbeitsmarkt von Nordmetall, dem Verband der Metall- und Elektroindustrie im Norden, betonte die Relevanz des Einsatzes modernster Technologien bei der Ausbildung der Fachkräfte von morgen, dabei spiele die moderne Ausstattung berufsbildender Schulen eine wichtige Rolle, um Auszubildende aller Betriebe vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung von Arbeit entsprechend zeitgemäß beschulen zu können.

Bereits tags zuvor kamen an der BBS II Emden Vertreter aus Schule und Wirtschaft zusammen, um über Teilnovellierungen der Metall- und Elektroberufe zu diskutieren. Auch hier wurde thematisiert, dass insbesondere die neu zu vermittelnden Inhalte im Zuge der Digitalisierung gerade für kleine und mittlere Unternehmen große Herausforderungen darstelle. Frau Müller-Harms regte auf Basis dessen an, dass sich neben der Ausbildung der Fachkräfte von morgen die modernen 4.0-Labore der BBS zusätzlich auch für die Weiterbildung der Ausbilder und Facharbeiter nutzen ließen. Die Kooperation von Unternehmen im digitalen Strukturwandel ist gleichermaßen eine gute Möglichkeit, um mit den Herausforderungen der Zeit Schritt zu halten.

Maik Winkelmann hob hervor, dass die Kooperation von Kultus- und Wirtschaftsministerium hier wegweisend sei, auch die finanzielle Beteiligung der Schulträger stelle einen immens wichtigen Beitrag dar. In den Gesprächen wurde deutlich, dass zusätzliche finanzielle Unterstützung von Kammern und Betrieben hierbei jedoch wünschenswert sei, da Bildungs-  und Wirtschaftsetats auf Landes- und Kommunalebene nicht unendlich gefüllt seien.

Sabine Noetzel (Schulleiterin BBS I) und Ulrich Wiegers (Schulleiter BBS II) dankten insbesondere den federführenden Lehrkräften Yvonne Heinze und Thomas von Dincklage (beide BBS I) sowie Martin Siemens, Torsten Tjarks und Temmo Weerts (BBS II) und deren Team für das ausgesprochen hohe Engagement bei der Konzeptionierung und Umsetzung der gemeinsamen Projektidee – von der Ursprungsidee bis zum jetzigen Realisierungsstand vergingen mehr als vier Jahre. Dass die Lehrkräfte dabei weitere Visionen für die zukünftige Entwicklung dieser besonderen Kooperation der zwei Emder Berufsschulen haben, freue beide Schulleitungen insbesondere. Der Blick wanderte dabei bedeutungsschwanger zum Leiter des städtischen Fachdienstes Schule und Sport. Thomas Buß nickte wissend, dass Weiterentwicklung unweigerlich mit weiteren Investitionen einhergeht. Diese sind wiederum unvermeidlich zur Sicherstellung einer modernen Ausbildung für die Gewährleistung von zukunftsfähigen und –sicheren Arbeitsplätzen in Emden und Ostfriesland. Und dabei sind die BBS I und die BBS II Emden verlässliche Partner im Verbund der dualen Ausbildung.